FAMILIENRECHT

Familienrecht

In Deutschland enden 45 % aller geschlossenen Ehen in Scheidung. Bereits mit der Trennung von Ihrem Ehepartner ergeben sich zahlreiche Rechtsprobleme, für deren optimale Bewältigung Sie auf professionelle Hilfe angewiesen sind.

In dieser emotional angespannten Situation gilt es, auf der Grundlage von erworbenen Erfahrungen mit vergleichbaren Fällen, besonnen und vorausschauend die richtigen Entscheidungen für Ihre Zukunft zu treffen. Insbesondere gilt es eine zu Lasten der gemeinsamen Kinder gehende, nutzlose Eskalationen zwischen den Ehepartnern zu vermeiden. Auf diese Weise kann eine stressfreie Basis für einen vernünftigen, zukunftsorientierten Umgang der Ehegatten untereinander und der Ehegatten mit den gemeinsamen Kindern geschaffen werden. Hiervon werden erfahrungsgemäß alle Beteiligten profitieren. Ein Rechtsanwalt mit Verständnis für Ihre persönliche Situation, Verhandlungsgeschick und Weitblick kann Ihnen helfen Nerven und Geld zu sparen, sowie unnötige Prozesse vermeiden.
Auch wenn Sie es derzeit vielleicht nicht glauben können, mit professioneller Unterstützung können alle Fragen zur Scheidung, dem Sorgerecht, dem Unterhalt, dem Zugewinnausgleich, dem Versorgungsausgleich, dem Umgangsrecht usw. bereits nach Ablauf des Trennungsjahres einvernehmlich oder gerichtlich geklärt sein. Ab diesem Zeitpunkt können Sie Ihr Leben wieder in geordneten Bahnen führen.
Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Schauch in dieser schwerer Phase Ihres Lebens mit rechtlichem Rat und einem offenen Ohr zur Seite. Weitere Informationen zu den einzelnen Problemfeldern, die im Familienrecht üblicher Weise auftreten, entnehmen Sie bitte den entsprechenden Menüpunkten.

Neu : Gemeinsames Sorgerecht für nichtverheiratete Väter

Seit dem 19.05.2013 ist es aufgrund einer Gesetzesänderung (§ 1626 a BGB) möglich, dass auch nicht verheiratete Väter, ohne Zustimmung der Kindesmutter, das gemeinsame Sorgerecht erhalten. Einzige Voraussetzung ist nunmehr, dass das gemeinsame Sorgerecht nicht dem Wohl des Kindes wiederspricht. Dies hat die Kindesmutter in einem gerichtlichen Verfahren darzulegen. Kann Sie dies nicht, wird dem Kindesvater gemeinsames Sorgerecht zugesprochen. Gerne sind wir Ihnen bei der Durchsetzung des gemeinsamen Sorgerechtes behilflich. 

Düsseldorfer Tabelle:

Die Düsseldorfer Tabelle dient der bundesweit einheitlichen Ermittlung des Kindesunterhalts. Sie basiert auf 4 verschiedenen Altersstufen des unterhaltsberechtigten Kindes (0-5 Jahre, 6-11 Jahre, 12-17 Jahre , >18 Jahre) und 10 Einkommensstufen des Unterhaltspflichtigen Elternteils. Durch eine Kombination des Alters des Kindes und des bereinigten Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen, sowie der Verrechnung des Kindergeldes, lassen sich aus der Düsseldorfer Tabelle die geschuldeten Unterhaltsbeträge ablesen. Es gibt jedoch eine Reihe von Besonderheiten bei der Anwendung der Düsseldorfer Tabelle und der Berechnung des in die Tabelle einzusetzenden Nettoeinkommens zu beachten, die in einem persönlichen Beratungsgespräch abzuklären sind. Unter nachfolgendem Link können sie die aktuelle Düsseldorfer Tabelle einsehen, um sich einen ersten Überblick über die bestehenden Unterhaltsansprüche zu verschaffen.
Düsseldorfer Tabelle

Scheidung:

Nach deutschem Recht kann eine bestehende Ehe nur durch das zuständige Familiengericht geschieden werden. Für die Einreichung eines Scheidungsantrages benötigen Sie einen Rechtsanwalt, da nach den gesetzlichen Vorschriften der Zivilprozessordnung nur dieser einen zulässigen Scheidungsantrag stellen kann. Soweit Sie sich mit Ihrem Ehepartner über die Scheidung einig sind, genügt es allerdings, wenn Sie einen Rechtsanwalt einschalten.

Eine Ehe kann nach deutschem Recht geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Dies ist dann der Fall, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und eine Wiederherstellung nicht mehr zu erwarten ist, also eine dauerhafte Trennung der Ehepartner vorliegt. Eine dauerhafte Trennung kann auch innerhalb der selben Wohnung vollzogen werden. Leben die Ehegatten mehr als ein Jahr getrennt und wünschen beide Ehegatten die Scheidung, so wird das Scheitern der Ehe vermutet und ist von dem Gericht nicht mehr zu überprüfen. Vor dem Ablauf des Trennungsjahres kann eine Ehescheidung nur bei Vorliegen von Härtegründen erfolgen, die in der Person des Partners liegen müssen und es dem anderen Ehegatten unzumutbar machen, bis zum Ablauf des Trennungsjahres verheiratet zu sein. Derartige Fälle sind jedoch sehr selten, da die Gerichte Härtegründe nur sehr zurückhaltend annehmen. Wenn einer der beiden Ehegatten nicht geschieden werden will, obwohl das Trennungsjahr bereits verstrichen ist, obliegt es dem anderen Ehegatten vor Gericht zu beweisen, dass die Ehe dennoch gescheitert ist – z. B. weil der Partner bereits in einer neu Beziehung lebt. Kann ein Scheitern der Ehe nicht bewiesen werden, kann eine Scheidung gegen den Willen des anderen Ehepartners erst 3 Jahre nach der Trennung durchgesetzt werden. Gemeinsam mit der Scheidung können vor Gericht auch andere Familiensachen, wie z. B. die Regelung der elterlichen Sorge für die gemeinsamen Kinder, die Regelung des Umgangsrechtes mit den gemeinsamen Kindern oder Unterhaltsfragen verhandelt werden. Das Ziel sollte es allerdings sein diese Folgesachen bereits vor dem Scheidungsverfahren außergerichtlich oder in gesonderten Verfahren zu erledigen. Die einzige Familiensache, die zwingend mit der Scheidung zusammen zu verhandeln ist, ist der Versorgungsausgleich. In diesem Verfahren werden die während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche der Ehegatten ausgeglichen. Nähere Informationen finden Sie unter dem Stichpunkt Versorgungsausgleich.

Wenn Sie sich scheiden lassen möchten bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit zu unserem Beratungsgespräch :
  • Heiratsurkunde
  • Sozialversicherungsausweis oder Sozialversicherungsnummer
  • ggf. Prozesskostenhilfeunterlagen (Verdienstbescheinigung, Mietvertrag, Kontoauszug, Schuldenbelege)

Unterhalt:

Das Unterhaltsrecht wurde durch den Gesetzgeber zum 01.01.2008 neu geregelt. Stark vereinfacht dargestellt unterscheidet man zwischen dem Kindesunterhalt, welcher sich aus der Düsseldorfer Tabelle ablesen lässt und dem Unterhalt für einen in Trennung bzw. Scheidung lebenden Ehegatten, welcher grundsätzlich 3/7 der Einkommensdifferenz der Ehegatten, nach einem Vorwegabzug des Kindesunterhaltes beträgt.

Erst wenn die Kinder den ihnen zustehenden Unterhalt erhalten haben, kommt ein Unterhaltsanspruch des in Trennung oderScheidung lebenden Ehegatten in Betracht. Dies wird in Zukunft oft dazu führen, dass die Ehegatten keinen Unterhaltsanspruch mehr besitzen, da nach Abzug des Kindesunterhaltes und des Selbstbehaltes eines erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen in Höhe von 900 €, keine weiteren zu verteilenden Gelder verbleiben.

Je nachdem welche unterhaltsberechtigten Personen aufeinandertreffen und wie sich deren Einkommensverhältnisse und Verbindlichkeiten gestalten, ist eine individuelle Unterhaltsberechnung vorzunehmen.

Kommt es zu einer Scheidung der Ehe, ist nach den neuen gesetzlichen Regelungen grundsätzlich jeder Ehegatte für sich selbst verantwortlich. Nur bei Vorliegen bestimmter, im Gesetz genannter Gründe, können Unterhaltsansprüche entstehen. Dies ist z.B. bei Kinderbetreuung, Krankheit oder Erwerbsunfähigkeit der Fall. Kindesunterhalt hat jeweils derjenige Elternteil zu entrichten, bei dem die Kinder nicht leben. Der andere Ehegatte erbringt seine Unterhaltsleistung indem er die Unterkunft zur Verfügung stellt und für das tägliche Wohl der Kinder sorgt.

Ausgangspunkt für die Berechnung der Höhe eines Unterhaltsanspruchs ist immer das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Dieses ergibt sich aus dem durchschnittlichen monatlichen Nettolohn zzgl. 1/12 des jährlichen Weihnachts- und Urlaubsgeldes. Hiervon sind Steuern und Sozialversicherungen sowie 5% für berufsbedingte Aufwendungen und ehebedingte Kreditrückzahlungen abzuziehen. Mietfreies Wohnen in der eigenen Immobilie kann dagegen als so genannter Wohnwertvorteil dem Einkommen hinzugerechnet werden. Auch sind Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung und Steuerrückzahlungen als Einkommen zu berücksichtigen.



 

Umgangsrecht:

Trennen sich die Eltern, so leben und wohnen die Kinder meist nur bei einem Elternteil. Dem anderen Elternteil steht in diesem Fall ein dem Wohl des Kindes dienendes Umgangsrecht zu, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass ein Kind zu seiner ungestörten Entwicklung des regelmäßigen Umgangs mit beiden Elternteilen bedarf.

Soweit der umgangsberechtigte Elternteil sein Umgangsrecht wahrnehmen möchte, kann er, falls es über die Ausgestaltung des Umgangs zu keiner Einigung zwischen den Eltern kommt, sein Umgangsrecht gerichtlich zum Wohle des Kindes durchsetzen. Wie genau die Umgangskontakte auszugestalten sind ist von der persönlichen Situation der Eltern, dem Alter des Kindes und den bestehenden Bindungen zwischen den Eltern und dem Kind abhängig.

In Ausnahmefällen kann ein Umgang mit dem Kind auch vollständig ausgeschlossen werden, wenn dies dem Wohl des Kindes am besten entspricht, weil ein Elternteil z.B. drogenabhängig oder gewalttätig ist.

Häufig werden außergerichtlich oder gerichtlich Umgangsvereinbarungen dahingehend getroffen, dass das Kind jedes zweite Wochenende bei demjenigen Elternteil verbringt, bei dem es nicht lebt. In den Schulferien wird häufig ein gemeinsamer Urlaub oder längerer Aufenthalt im Haushalt des anderen Elternteils vorgesehen. Je nach Alter des Kindes können die Umgangskontakte mit oder ohne Übernachtung, für ganze Tage oder nur für einige Stunden vereinbart werden. Entscheidend sind hier die individuellen Verhältnisse.

Bei gestörter Kommunikation zwischen den Eltern kann sich ferner ein begleiteter Umgang anbieten. Das betroffene Kind trifft dann den Elternteil, bei dem es nicht lebt, unter Aufsicht von Fachkräften in einer geeigneten Einrichtung- z.B. dem Kinderschutzbund.
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